Über Korsika wurde ein seltenes atmosphärisches Phänomen aufgenommen - rote Sprites, gigantische elektrische Entladungen, die an der Grenze zu den oberen Atmosphärenschichten entstehen.
Am Nachthimmel über dem Nordwesten der französischen Insel Korsika, im Gebiet der Gemeinde Montemaggiore unweit von Calvi, erschienen ungewöhnliche rot-purpurfarbene Lichtblitze, die an riesige leuchtende Quallen erinnerten.
Dem französischen Fotografen Florian Riou gelang es, dieses kurzlebige Phänomen festzuhalten. Die seltenen Aufnahmen waren dabei keineswegs das Ergebnis eines Zufalls, sondern sorgfältiger Vorbereitung: Der Fotograf hatte im Vorfeld die Bewegung der Gewitterzellen analysiert und einen geeigneten Aufnahmeort ausgewählt.
Rote Sprites sind keine gewöhnlichen Blitze. Sie zählen zu den sogenannten transienten Leuchterscheinungen (Transient Luminous Events, TLE) und entstehen in Höhen von etwa 50 bis 90 Kilometern, überwiegend in der Mesosphäre und damit weit oberhalb der Gewitterwolken.
Ihr Auftreten steht im Zusammenhang mit besonders starken Blitzentladungen, die kurzzeitige elektrische Störungen in den oberen Atmosphärenschichten auslösen. Das eigentliche Gewitter kann dabei Hunderte Kilometer vom Beobachtungsort entfernt sein. In diesem Fall befand sich die Gewitterfront im Raum Barcelona, etwa 500 bis 700 Kilometer von Korsika entfernt.
Die größte Schwierigkeit bei der Beobachtung liegt in der extrem kurzen Dauer der Sprites: Die Lichtblitze bestehen nur wenige Millisekunden. Deshalb sind sie mit bloßem Auge nur äußerst schwer zu erkennen. Für hochwertige Aufnahmen sind geeignete Bedingungen, empfindliche Fototechnik und eine präzise Berechnung des Aufnahmezeitpunkts erforderlich.
Übrigens: Der erste verlässliche fotografische Nachweis für die Existenz von Sprites gelang erst 1989. Und Science-Fiction-Fans würden wohl sagen, dass das Ganze ein bisschen wie eine außerirdische Lebensform aussieht …
🔮 @FabulaX
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