HPV-Impfungen – Strategien, die Eltern und Teenager kennen sollten
17. September 2026
Die HPV-Impfraten in Deutschland gelten als zu niedrig. Um den Vorgaben der Weltgesundheitsbehörde gerecht zu werden, wird der Druck auf Eltern und ihre Kinder deutlich erhöht. Dabei kommen unterschiedliche psychologische Strategien zum Einsatz, die auf Verhaltensänderungen zu Gunsten der Impfungen abzielen: Erinnerungssysteme der Kinderärzte, Impfprogramme an Schulen und Impfwerbung in den sozialen Medien sollen Eltern und Jugendliche dazu bringen, den HPV-Impfungen zuzustimmen.
Aktuell haben etwa die Hälfte der Mädchen und etwa ein Drittel der Jungen in Deutschland mehrere HPV (Humane Papillomviren)-Impfungen erhalten. Diese Zahlen liegen weit unter den angestrebten Impfraten. Denn: Deutschland hat sich wie viele andere europäische Länder der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gegenüber verpflichtet, die Ziele der Europäischen Impfagenda umzusetzen. In diesem Zuge sollen bis zum Jahr 2030 mindestens 90 Prozent der 15jährigen Mädchen HPV-geimpft werden. Zusätzlich gibt die Europäische Kommission vor, dass eine deutliche Steigerung der HPV-Impfraten bei den gleichaltrigen Jungen erreicht werden soll.
Entsprechend der Ständigen Impfkommission (STIKO) wird allen Kindern im Alter zwischen 9 und 14 Jahren die HPV-Impfung empfohlen. Ab 15 Jahren ist für eine vollständige Impfserie die Verabreichung von drei statt zwei Impfdosen nötig. Dieser Umstand, dass HPV-Impfungen bei Teenagern bis 14 Jahren „eine weniger“ bedeuten, wird in Werbeflyern für Eltern und Jugendliche gerne betont. Ein zusätzlicher Arzttermin (Zeitaspekt) und eine zusätzliche Impfung (Schmerzvermeidung) wirken für Eltern und Kinder so abschreckend, dass die früheren Impfungen attraktiver erscheinen.
EINFÜHRUNG ZUSÄTZLICHER U-UNTERSUCHUNG
Vor diesem Hintergrund ist die Entscheidung einer zusätzlichen, durch die Krankenkassen finanzierten U-Untersuchung für alle Kinder in Deutschland zu betrachten. Bis Ende des Jahres 2025 soll dazu der Beschluss getroffen werden. Es handelt sich dabei um die Gesundheitsuntersuchung U10 für Kinder zwischen 9 und 10 Jahren, die eindeutig auch der Erhöhung der HPV-Impfraten dienen soll:
“Angesichts der derzeit niedrigen Schutzimpfungsquote gegen Humane Papillomaviren – sowohl bei Mädchen als auch bei Jungen – wird bei der U10 auch die Impfberatung der Eltern ein Thema sein.“
Dementsprechend sollten sich Eltern der psychologischen Strategien bewusst werden, die Ärzte bei Untersuchungen oder Impfgesprächen anwenden. Schon seit vielen Jahren werden Ärzte im Umgang mit „impfzögerlichen Eltern“ geschult – neuerdings mit einem Schwerpunkt auf die HPV-Impfungen.
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Bereits erschienen:
➡️ Teenager als Zielgruppe: WAS GEHT DA EIGENTLICH? – WARUM ES JETZT HPV-IMPFUNGEN AN DEINER SCHULE GIBT – 21. März 2026
➡️ Wirksamkeit der HPV-Impfstoffe – 18. Mai 2026
➡️ Zur Sicherheit der HPV-Impfungen – 31. August 2026
Ebenfalls zu HPV-Impfungen:
Impfungen in Schulen sollen die HPV-Impfraten in die Höhe treiben
Aus unseren Wissenslücken:
#45 WISSENSLÜCKE – Ein Wirkverstärker ohne Prüfung
#12 WISSENSLÜCKE – Replacement bei HPV
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