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Post #167581 165

Forwarded from Marco B. Feusi

Geduld

Scheinbar widersprechen sich die Aussagen hier. Und doch tun sie es nicht.
Du kannst als Mensch deine innere Handbremse lösen und endlich in deinen ganzen Ausdruck kommen.
Doch mache nicht den Fehler zu erwarten, dass die gelöste Bremse dein Leben sofort zu einem Ziel vorrückt, das du dir gesetzt hast.
Menschen setzen sich Ziele, die oft aus einem Mangelgefühl hervorgehen.
Deshalb frustriert dich das Leben auch, wenn du dieses Ziel nicht schnell erreichst.
Nimm einmal alle Ziele weg, aber halte die Richtung.
Du rollst einen Berg herab. Du brauchst nichts tun als den Kurs halten.
Wenn du mit dem Leben fließt, löst du also die Bremse, hältst dein Herz auf Vertrauen ausgerichtet und gibst dem Steuer insofern Hilfe als dass du das ganze Tempo akzeptierst, das auf dich zukommt, wenn du dich rollen lässt.
Sobald du wieder kontrollieren möchtest, wirst du die Bremse reinlegen oder dein Leben den Berg hochfahren, um zu überprüfen, ob alles gut ist. Aber am Berg stehend wirst du spüren, dass es nicht fließt. Nein, du bist noch nicht am Ziel. Hab Geduld. Lasse weiter los. Jetzt heißt es: Hände ans Steuer und rollen lassen.Das Rollenlassen ist keine passive Geschichte! Fließenlassen ist insofern ein sehr aktiver Prozess, weil du dich immer wieder auf Handlungen einlässt, die sich richtig anfühlen, aber Entscheidungen verlangen. Du rollst mit deinem göttlichen Potenzial den Berg der Zweifel endlich herab und wirst auf dem Weg eine Fahrt der Wunder erleben. Sobald die Bremse weg ist, du die Eindeutigkeit zugelassen hast und Kurs hältst, bist du auf dem Weg der Wunder. Unwillkürlich. Denn wenn du den Berg der Zweifel verlässt und dich fließen lässt, landest du dort, wo du hingehörst, wo dich das Leben ganz von selbst hinsetzt.
Deine Aufgabe ist es, an allem vorbeizufahren, von dem du denkst, es gehört zu dir und du könntest es nicht verlassen. Du bretterst also eventuell an deinem "Eigentum", an geliebten Menschen, an Nahrungskonzepten, an Vorstellungen von der Zukunft vorbei und das Leben lädt dich dazu ein, dort nicht anzuhalten, weil sie alle am Berg der Zwei-fel positioniert sind.
Wenn du fließen lässt, kann es sein, dass du ganz viel von dem hinter dir lässt, von dem du dachtest, du bräuchtest es.
Doch auf dem Weg der Wunder wirst du automatisch mit dem zusammengeführt, was du jetzt gerade wirklich brauchst, was dir jetzt gerade wirklich dienlich ist. Und nie ist es das, was du bis heute festgehalten hast.
Im Tal der Wunder und des Vertrauens angekommen, wirst du dich eventuell ziemlich einsam fühlen. Nicht weil du dafür einen offensichtlichen Grund hättest, sondern weil es ungewohnt ist, dich nicht an Menschen und Dingen festzuklammern.
Dir scheint etwas zu fehlen, doch wenn du diesem ungewohnten Gefühl etwas mehr Zeit gibst, wirst du merken, dass es keine Einsamkeit ist, die dich umschließt. Es ist bloß NEU, es ist bloß ungewohnt. Es ist ein tiefer Frieden, der sich dir noch nicht ganz offenbaren konnte, weil du noch zum Berg hochschaust, wo dein Eigentum, deine geliebten Menschen und deine eigenen Vorstellungen zurückgeblieben sind. Du bist noch nicht ganz bei dir, noch nicht mit allem, was du bist, wieder ganz hier. Du wirst also etwas Zeit brauchen, dich zu orten, doch zu spüren und zu bemerken, dass alles gut ist.
Wenn du aufhörst, zurück zu schauen und dich ganz auf das Tal des Vertrauens einlässt, wirst du in ihm ein Zuhause-Gefühl entdecken, das du nie zuvor hattest. Das Neue daran ist, dass du niemanden brauchst, um dich Zuhause zu fühlen. Du wirst nicht abgelenkt, sondern begegnest allem, was du bist. Du liebst alles, was du gerade siehst und spürst. Sogar die einsamen Gedanken und Momente. Du läufst nicht mehr vor ihnen weg, sondern umarmst sie. Du willst sie nicht los werden, sondern unterhältst dich mit ihnen. Sehr unerwartet erinnerst du dich daran, dass du von Natur aus alles besitzt, was du für den inneren Frieden hast. Deine Bedürfnislosigkeit ist so neu, dass du dich fast nicht wiedererkennst.
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