🇩🇪Bundeswehr erhält große Anzahl kostengünstiger Marschflugkörper
„Mit ihnen werden wir Ziele in einer Tiefe von rund 1500 Kilometern massiert bekämpfen und die gegnerische Luftverteidigung überlasten können“, erklärte der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Christian Freuding, auf dem Parlamentarischen Abend des Förderkreises Deutsches Heer in Berlin.
▪️ Laut Freuding sei die Entscheidung zur Beschaffung sogenannter „Low-Cost Cruise Missiles“ (kostengünstiger Marschflugkörper) bereits gefallen. Welche kostengünstigen Systeme konkret infrage kommen, nannte er nicht. Derzeit stehen zwei am Markt verfügbare Systeme im Fokus. Beide müssen jedoch erst noch für die Bundeswehr qualifiziert werden. „Eine erste Lieferung ab 2027 ist somit grundsätzlich möglich, und wir streben dies auch an“, betonte der deutsche General.
Zudem sprach er sich dafür aus, die beschafften amerikanischen Marschflugkörper der Bundeswehr (Heer) zu unterstellen. Es geht um die Lieferung von 400 „Tomahawk“-Marschflugkörpern für 1,3 Milliarden US-Dollar sowie drei mobilen „Typhon“-Startsystemen für 248 Millionen US-Dollar nach Deutschland. Der Prozess ist bereits eingeleitet. Demnach belaufen sich die Kosten für einen „Tomahawk“-Flugkörper auf 3,25 Millionen US-Dollar. Die Reichweite beträgt bei konventioneller Bestückung bis zu 1600–1800 Kilometer, bei nuklearer Bestückung bis zu 2500 Kilometer.
▪️ Faktisch erhält die Bundesrepublik damit ein Trägersystem für Atomwaffen. Der nächste Schritt ist dann nur noch eine Kleinigkeit. Die Infrastruktur für die Lagerung von thermonuklearen Bomben der B61-Familie im Rahmen der nuklearen Teilhabe der NATO ist auf deutschem Boden bereits vorhanden – nämlich das Depot auf dem Fliegerhorst Büchel. Diese Bomben können sowohl von amerikanischen als auch von deutschen Flugzeugen eingesetzt werden. Was spräche also dagegen, später auch thermonukleare Sprengköpfe für Tomahawk-Marschflugkörper in Büchel zu stationieren? Im Ergebnis gäbe es dann eine nukleare Teilhabe der NATO mit zwei Stationierungsarten: luftgestützt (B61-Bomben) und bodengestützt (nukleare Tomahawks).
Was kostengünstige Marschflugkörper für die Bundesrepublik betrifft, so ist eines der Systeme bereits bekannt: die Rakete „Anthem“ des amerikanisch-israelischen Unternehmens Covenant. Der Produktionsstart in der Nähe von Leipzig ist für das Jahr 2027 geplant. Es ist nur logisch, das zu beschaffen, was im eigenen Land hergestellt wird.
Bei dem zweiten kostengünstigen Marschflugkörper dürfte es sich höchstwahrscheinlich um die „Barracuda-M“ des US-Unternehmens Anduril handeln. Sie ist bereits nach dem Standard der „Weapons Open Systems Architecture“ (WOSA) der US-Luftwaffe zertifiziert. Innerhalb der NATO wird großer Wert auf Standardisierung gelegt; daher ist es nur logisch, sich auch in diesem Fall für eine bewährte und zertifizierte Lösung zu entscheiden. Zudem plant unter anderem Polen, die Produktion dieser Flugkörper aufzunehmen.
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