Sie war nur 173 Tage im Amt: Die erste und letzte frei gewählte Regierung der DDR.
Sie trat an, um das Land in die/den
Wie regiert man, wenn man weiß, dass man sich selbst abschaffen wird?
Die ehemalige DDR-Staatspartei kämpfte zwar mit massivem Mitgliederschwund, hatte aber noch immer ca. 700.000 mehr oder weniger treue Anhänger und mit Gregor Gysi und Hans Modrow reformwillige und in den Augen vieler auch vertrauenswürdige neue Vorreiter.
Auf dem SDP-Parteitag sprach am 23. Februar SPD-Kanzlerkandidat der SPD, Oskar Lafontaine.
Er bremste die Forderungen nach einer schnellen Währungsunion.
Und auch das Thema Deutsche Einheit wollte Lafontaine langsam angehen: "Sozialdemokraten können nur eine deutsche Einheit als Vorstufe zu einer europäischen Einheit befürworten."
Auf diesem Parteitag wurde Willy Brandt zum Ehrenvorsitzenden der Ost-SPD gewählt.
Damit hatten die Sozialdemokraten ein prominentes Zugpferd für den Wahlkampf - und tatsächlich sahen Beobachter die SPD schon als Wahlsieger.
Umfragen ergaben im Februar 1990, dass mehr als 54 Prozent der DDR-Bürger sozialdemokratisch wählen wollten.
