(1/2) In der Bündischen Jugend galt der Leitspruch »Jugend muß durch Jugend geführt werden« [1]. Damit setzte man sich bewußt von der »Jugendpflege« der Erwachsenenorganisationen und den Pfadfindern britischer Prägung ab, bei denen ein von der Bundesorganisation eingesetzter Erwachsener in kurzen Hosen die Kinder seines »Fähnlein Fieselschweif« betreute.
Die Jugendautonomie hatte nichts mit dem anarchischen Motto »Kinder an die Macht« zu tun, denn die Jüngsten wurden durchaus von älteren Jugendlichen angeleitet, die ihrerseits mit ihren Aufgaben früh an die neue Verantwortung herangeführt wurden. Erst bei den Älteren war es dann so, daß der Primus inter pares aus der eigenen Mitte hervorging. Es war ein sehr erfolgreiches Konzept, das starke Persönlichkeiten hervorbrachte und in den Gruppen zu einer ungeheuren kreativen Entfaltung führte.
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