Die bedingungslose Solidarität mit Israel ist längst mehr als bloße Außenpolitik. Sie ist Teil einer politischen Ordnung geworden, in der Deutschland seine Identität nicht mehr selbstbestimmt formuliert, sondern moralisch herleitet. Die Vergangenheit dient dabei nicht mehr dem Lernen, sondern der fortwährenden Selbstgeißelung. Israel ist dabei kein normaler Partner, sondern wird als symbolischer Anker westlicher Selbstvergewisserung verehrt. Ein Staat, der sogenannte „westliche Werte“ mit militärischer Entschlossenheit verteidigt, mitten im arabischen Raum – so hieß es die längste Zeit.
Doch genau diese angeblichen Werte – Toleranz, Menschenrechte, Demokratie usw. – werden von Israel in Gaza beerdigt. Die humanitäre Lage ist eine Katastrophe, der Tod von Zivilisten wird nicht nur geduldet, sondern teilweise beabsichtigt, führende Politiker rufen zur Vertreibung der Palästinenser auf, unter der Beschwörung eines religiösen Kampfes gegen „Amalek“, Israels Lobby ruft zum Kampf gegen die Vereinten Nationen auf – die Fundamente der regelbasierten Weltordnung sollen weichen, wenn sie Israels Interessen behindern.
Die CDU-Regierung beklagt nun eine „Zwangssolidarität“ mit Israel, bei der man die ethnische Säuberung Gazas gutheißen müsse, begründet in unserer Geschichte. Und hier wird deutlich, dass das Tabu, das Israel umgibt, nicht nur ein außen-, sondern auch ein innen bzw. gesamtpolitisches ist: Es steht sinnbildlich für unseren Verlust an politischer Souveränität, kultureller Selbstachtung und geistiger Freiheit.
Deutschland hat für seine Sünden gebüßt. Wir müssen nun nicht auch noch für die der Israelis büßen. Wir können selbstbestimmte Politik in unserem nationalen Interesse verfolgen. Und Israel kann und darf dabei kein Maßstab sein. Eine Normalisierung des Verhältnisses zu diesem Staat täte Deutschland gut – und der AfD.
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@ChristopherDroesslerAfD
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