Wir leben heute in einer Ordnung, die am besten als „Milliardärssozialismus“ bezeichnet werden kann: Glaube, Tradition, Familie, Heimat – allesamt sind sie bis auf wenige Spurenelemente aus der gelebten Gesellschaft verschwunden; selbst die vielberufene „Demokratie“ ist wenig mehr als ein Ausführungsorgan für Entscheidungen geworden, die längst anderswo gefällt werden. Die wahre Macht liegt in den Händen jener, die reich genug sind, nicht nur die Massenmedien zu steuern, sondern durch ihre Beteiligung an den großen Korporationen, Funds und Holdings auch einen Gutteil des Volksvermögens zu kontrollieren – und die zudem durch ihr Monopol an verschiedenen Formen von „Big Tech“ faktisch die strategische Zukunft ganzer Erdteile in ihren Händen halten. Ihr Vermögen ist weitgehend durch die stille, manchmal sogar freiwillige Enteignung der Mittelklasse der Boomer-Generation zustande gekommen. Diese hat dem eigenen goldenen Lebensabend die Interessen der Nachkommen geopfert, so dass den neuen Cäsaren wie vor zweitausend Jahren nur noch eine weitgehend entwurzelte, von Brot und Spielen bei Laune gehaltene und mit sogenannten Bullshit-Jobs beschäftigte Masse entgegensteht. Letztere wird durch endlose Kulturkämpfe und Identitätskonflikte mit sich selbst beschäftigt; ihr gelegentlicher Unwille wird bei Bedarf höchst geschickt auf einzelne äußere Gegner, globale Notstände oder ausgewählte Parteien umgeleitet.
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