Frauen wie Rostalski braucht dieses Land. Nicht nur als Professorin für Strafrecht. Verfassungsgericht, Bundespräsidentin, irgendwas:
“Ganz konkret: Wie sinnhaft ist es in einer freiheitlichen Demokratie, wenn irgendein Bürger, dem die politische Gesinnung des anderen nicht passt, über diesen sagt, es handele sich bei ihm und seinesgleichen um die „falschen Leute“?
In einer Demokratie sind alle sprechberechtigt
Der offene gesellschaftliche Diskurs ist die Lebensader einer freiheitlichen Demokratie. Er hält den besonderen Vorzug dieser Staatsform bereit, die Möglichkeit nämlich, im freien Argumentieren die (vorerst) beste Lösung für die jeweilige Herausforderung zu finden. Dies setzt voraus, dass prinzipiell alles zur Sprache kommen darf – und zwar von jedermann. In einer freiheitlichen Demokratie sind alle in gleichem Maße sprechberechtigt. Allerdings kann manch einer aufgrund seiner gesellschaftlichen Stellung oder Rolle seinen Worten mehr Gehör verschaffen als andere – wie etwa der Fußballbundestrainer, dessen Pressekonferenzen auf große mediale Aufmerksamkeit treffen. Hieraus erwächst eine Verantwortung. Sie liegt darin, sich der möglichen Wirkkraft des eigenen Meinungsbeitrags bewusst zu sein und dieses Bewusstsein in die Wahl seiner Worte einzubeziehen.
Die Kennzeichnung anderer als „falsche Leute“ – sei es in Abhängigkeit von ihrer Wahlentscheidung oder eines ganz anderen Merkmals – ist kein Diskursangebot, es ist nicht einmal ein ansatzweise qualifizierter Beitrag zu irgendeinem Diskurs.”
https://www.cicero.de/innenpolitik/wie-wollen-wir-miteinander-reden-der-fussballbundeskanzler-und-der-nationalstolz
Rosenbusch
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