(2/2) Sie haben Angst vor dem Volk. Und sie meiden die Fahne, die 1989 voller Freude geschwenkt wurde – dabei steht Schwarz-Rot-Gold für das Verbindende. Vielleicht liegt gerade darin eine besondere Schönheit unserer Fahne: Drei Farben stehen gleichberechtigt nebeneinander und bilden nur zusammen eine Einheit. Einheit – das bedeutet hier nicht Gleichförmigkeit; Verschiedenheit nicht Zerfall; und Freiheit bedeutet nicht Bindungslosigkeit.
Ein freies Gemeinwesen hält unterschiedliche Menschen, Regionen, Überzeugungen und Lebensentwürfe aus. Was sie verbindet, ist nicht, daß sie in allem gleich denken müssen, sondern daß sie sich als Teil eines gemeinsamen Ganzen begreifen, das Herkunft hat und für sich Zukunft will.
Wir brauchen keine Regenbogenfahnen mit immer neuen, phantasiereichen Ergänzungen: Im Grundgesetz werden die Minderheitenrechte mitgedacht. Schwarz-Rot-Gold steht für einen Rechtsstaat und die Farben wurden in unserer Geschichte zum Symbol einer Bewegung, die nationale Einheit mit Verfassung und Freiheitsrechten verbinden wollte. Was stört jene daran, die sich heute - vom verschmähten Volk fürstlich ausgehalten - lieber mit anderen Fahnen schmücken? Warum flüchten sie sich in immer neue Scheinidentitäten? Es liegt wohl daran, daß die leuchtende Trikolore immer auch ein Zeichen der deutschen Identität war: Einem Zusammengehörigkeitsgefühl, das bereits die Herzen beseelte, bevor es den deutschen Nationalstaat gab.
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