EINSAMKEIT
Zur Sommersonnenwende reden wir von Licht. Vom Feiern. Vom Tanzen. Von Gemeinschaft.
Und gleichzeitig sitzen manche von uns alleine unter einem Baum und fragen sich, ob mit ihnen etwas nicht stimmt.
Hi du.
Falls du gerade dort sitzt. Mitten in diesem hellsten Licht des Jahres und trotzdem keine Lust hast auf Menschenmengen. Auf Gespräche. Auf noch mehr Eindrücke. Oder aber
einfach kein Rudel da ist.
Mit dir stimmt alles.
Manche Herzen schlagen einfach anders. Stiller vielleicht. Tiefer vielleicht. Verbunden, aber eben nicht im Getümmel. Sondern im Weiten. Im Dazwischen. Dort wo der Wind durch die Bäume streicht und niemand etwas von dir will.
Viele von uns brauchen Raum.
Weil wir die Stimmungen anderer einsammeln wie Kletten im Fell. Weil unsere Grenzen oft erst dann auftauchen, wenn sie längst überschritten wurden.
“Man heilt in Beziehungen”, sagen sie.
Ja.
Manchmal.
Und manchmal heilt man alleine auf einer Bank im Wald.
Mit einer Katze, mit einem Buch, einer Tasse Tee, mit einem kleinen Feuer im Garten, mit den Geräuschen der Blätter im Wind.
Manchmal gibt uns das Leben gar kein Gegenüber. Nur uns selbst.
Und glaub mir … das ist Prüfung genug sein.
Es gibt Menschen, die wählen die Natur, die Tiere, die Stille nicht als Ersatz.
Sie wählen sie als ihre Sprache,
ihre Verbindung zu sich selbst.
Der Schmerz der Welt ist für manche wie eine zweite Haut. Zu viele Stimmen. Zu viele Meinungen. 🫣 Zu viele Menschen, die wissen wie man leben sollte.
Und irgendwann sitzt du einfach da und denkst:
Haltet doch einfach alle mal den Mund.
Damit ich wieder hören kann, wie meine eigene Seele klingt.
Die Sommersonnenwende erinnert und genau daran.
Während sich viele im Kreis treffen...
zieht es manche tiefer in den Wald.
Als würde etwas Altes rufen.
Wie Moos ruft.
Wie ein alter Baum ruft.
Wie die Erde ruft.
Ganz leise.
Komm her.
Setz dich.
Manchmal sitzt sie da, die Alte. Lehnt sich an eine knorrige Buche. Schließt die Augen. Während überall gefeiert wird, hört sie dem Wind zu.
Und wenn man sie fragt, ob sie einsam ist, lächelt sie nur.
Weil sie etwas weiß, das man schwer erklären kann.
Dass Einsamkeit nicht immer das Fehlen von Menschen ist.
Manchmal ist sie Freiheit.
Manchmal ist sie eine Tor.
Und manchmal ist sie einfach ein Platz auf der Erde, an dem deine Seele endlich aufhört zu rennen.
Sie erinnert an jene Zeiten, in denen Einsamkeit noch kein Problem war,
sondern ein Teil des Kreislaufs.
Ein heiliger Raum zwischen dem, was war,
und dem, was werden will.
Du bist frei... Schwester. Und die vielen Aspekte deines Wesens, die so lange gefangen gehalten wurde auch.
Lass uns atmen.
Empfangen wir alle heute das Gefühl... der vollkommenen Geborgenheit... der grossen Mutter.
Aho
Mo
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