„Wer hat’s erfunden? Wenn die SPD heute mal wieder mit erhobenem Zeigefinger durch die Talkshows zieht und der gesamten Republik Belehrungen über Toleranz, Vielfalt und die Bekämpfung von Diskriminierung erteilt, lohnt sich ein kleiner Blick in die Geschichtsbücher. Genauer gesagt:
In die Magistratsakten der Stadt Frankfurt aus der Weimarer Republik.
Wir schreiben das Jahr 1928. Die Nationalsozialisten sind noch Jahre von der Macht entfernt.
Wer stellt im Stadtparlament den konkreten Antrag auf ein „umzäuntes Lager“ fernab der Innenstadt, um unerwünschte Sinti und Roma bequem aus dem bürgerlichen Stadtbild zu verbannen?
Richtig: die SPD-Fraktion.
Und es wird noch besser.
Unter welchem Begriff führte die städtische Verwaltung dieses segregierende Vorzeigeprojekt, in das Minderheiten teils durch die Polizei verfrachtet wurden?
Der offizielle Aktentitel der damaligen Zeit lautete schlicht und ergreifend:
„Konzentrationslager an der Friedberger Landstraße“.
Natürlich war das 1929 noch kein NS-Vernichtungslager im späteren Sinne, sondern „nur“ ein dreckiger, morastiger städtischer Sammelplatz ohne vernünftige Wasserversorgung, auf dem man Menschen zusammenpferchte, deren Kinder monatelang nicht einmal zur Schule durften.
Man hoffte ganz pragmatisch, die unliebsamen Bewohner würden durch die elenden Bedingungen irgendwann einfach über die nahe Grenze nach Hessen abwandern.
Aus den Augen, aus dem Sinn.
Die historische Wahrheit ist schmerzhaft für das Narrativ der ewig Guten:
Die behördliche Diskriminierung und systematische Ausgrenzung fiel 1933 nicht plötzlich vom Himmel.
Die politische Vorarbeit – die Ghettoisierung von Minderheiten und die Schaffung der entsprechenden behördlichen Begriffe – leisteten jene Parteien, die sich heute als die unfehlbaren Hüter der Moral aufspielen.
Aber darüber spricht man im Willy-Brandt-Haus verständlicherweise lieber nicht.
Das stört das lukrative Geschäft mit der moralischen Überlegenheit.“
(Bernd Kaiser auf X)
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