Blüten
Spätestens zur Blütezeit fällt das Drüsige Springkraut jedem ins Auge. Die hell- bis dunkelrosa oder auch fast weinroten Blüten öffnen sich ja häufig auf Augenhöhe. Sie passen nicht so recht in die übrige heimische Pflanzenwelt mit ihrem an Orchideenblüten erinnernden Aussehen. Es sitzen immer 5 bis 20 Blüten in einer Traube gestielt in den Blattachseln der Triebe. Die bauchigen, zwei bis vier Zentimeter großen Blüten hängen an den Blütenstielen und haben am Ende ihres Schlundes einen kleinen grünen Sporn. Tief im Inneren der Blüten sitzen die Staubblätter und der Fruchtknoten.
Das Besondere an den Springkraut-Blüten ist, dass sie im Vergleich zu anderen Blütenpflanzen über die gesamte Blütezeit Unmengen an Nektar produzieren, etwa 0,47 Milligramm pro Stunde pro Blüte. Die Blüten werden vor allem durch verschiedene Hummel-Arten und Honigbienen besucht und bestäubt. Auch Käfer oder Schwebfliegen finden sich an den Blüten ein. Neben dem reichlichen Nektarangebot hat das Springkraut auch einiges an Pollen zu bieten. Die Pflanze blüht dazu noch sehr lange von Juni bis in den Herbst hinein. So kann man im Spätsommer Pflanzen sehen, die sowohl reife Früchte als auch Blüten und Blütenknospen tragen. Eine kräftige Pflanze kann in der gesamten Blühperiode bis zu 4.300 Blüten produzieren.
Früchte
Drüsiges Springkraut bildet Kapselfrüchte, die – wie für die Gattung der Springkräuter typisch – bei Reife schon durch leichte Berührung, einen Regentropfen oder eine andere geringe Erschütterung in der Nähe aufspringen und die Samen herausschleudern. Es gehört zu den sogenannten Saftdruckschleuderern. Mit der Reife der Samen wird der Zelldruck in den Kapselwänden immer höher und diese platzen schließlich an den Nähten der einzelnen Hüllblätter explosionsartig auseinander. Dabei rollen sie sich nach innen ein und verschleudern die Samen. Diese sind bei Reife bräunlich und tropfenförmig. Sie werden etwa vier Millimeter groß. In jeder Samenkapsel des Springkrautes sitzen bis zu neun Samen.
Standort
Indisches Springkraut wächst vor allem im lichten Schatten gut.
Boden
Wo der Boden ausreichend feucht und stickstoffreich ist, wächst das Springkraut in Windeseile in die Höhe.
Welchen ökologischen Wert hat Springkraut?
Obwohl die Pflanze mit ihrer langen Blütezeit und der immensen Nektarproduktion Honigbienen und Hummeln viel Nahrung bietet, ist auch hier zu bedenken, dass die großen Bestände mit der langen Blütezeit und der großen Menge an Nektar die Insekten von den heimischen Pflanzenarten weglocken, denen dann Bestäuber fehlen.
Das Drüsige Springkraut ist außerdem Raupenfutterpflanze für den Mittleren Weinschwärmer, eine Nachtfalter-Art. Dessen Raupen sind aber polyphag, fressen also an verschiedenen Pflanzen.
Vorkommen oder Verwendung im Garten
So dekorativ die Pflanze ist, man sollte sie sich nicht in den Garten holen. Die Gefahr ist zu groß, dass sie von dort wieder neue Standorte in der Natur besiedelt. Sollte das Drüsige Springkraut im Garten auftauchen, ist es besser, es noch vor dem Blühen zu entfernen.
https://www.mein-schoener-garten.de/pflanzen/springkraeuter/druesiges-springkraut 🪶
Post #17286
101