Das Schauspiel bei der darauf folgenden Fütterung war besonders faszinierend und lustig. Die Tiere im Aquarium werden in der Regel mit gefrorenen Sepiastückchen gefüttert. Mit einer Zange versuchte eine/r der Stations-Mitarbeiter/innen, der Purpurschnecke auch ein Stückchen zuzuführen, ein/e zweite/r probierte verzweifelt, die anderen Fische und unseren großen Taschenkrebs mit Aquariumswerkzeugen von der Zange fernzuhalten. Alle klebten an der Scheibe und schauten voller Spannung zu, wie sich die Purpurschnecke zuerst aus ihrem Schlaf langsam hinausbewegte, und dann in die Richtung des Futters wanderte. Die Bewegungen des Fußes waren nahezu hypnotisch, vergleichbar mit einer optischen Illusion. Die Schnecke machte einen sehr mächtigen Eindruck auf mich, als sie anfing, ihr großes Gehäuse zu wenden und zu drehen, um sich durch die enge Passage zwischen Felsen und Glasscheibe zu drängen. Und dann, nach einem langen Kampf gegen Schleimfische und Taschenkrebse, erreichte die Schnecke endlich das Stückchen Futter und der Proboscis (Rüssel) kam zum Vorschein. Das Stückchen Sepia war auf einmal blitzschnell in der Schnecke verschwunden. Alle Zuschauer/innen des Spektakels feierten den Erfolg, genauso wie Fußballfans einen Torschuss ihres Lieblingsteams feiern.
Abgesehen von den wertvollen, zoologischen Beobachtungen, die ich an diesem Abend gemacht habe, wurde mir wieder klar, wie viel ich bei MareMundi schon dazugelernt habe – und das oft in den lustigsten und unerwartetsten Situationen. Mit der Purpurschnecke wurde mein Interesse gegenüber Mollusken wieder geweckt und ich freue mich darauf, beim nächsten Besuch wieder etwas Neues und Cooles dazu zu lernen.
https://mare-mundi.org/purpur-von-der-schnecke-zum-kaiserlichen-gewand/ 🪶
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